{"id":863,"date":"2025-06-15T15:18:23","date_gmt":"2025-06-15T15:18:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.andreasbraune.de\/?p=863"},"modified":"2025-06-17T06:54:37","modified_gmt":"2025-06-17T06:54:37","slug":"oh-donna-clara-ein-lehrstueck-ueber-geschichte-und-musik-erinnern-und-vergessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.andreasbraune.de\/?p=863","title":{"rendered":"&#8218;Oh, Donna Clara&#8216;: Ein kleines Lehrst\u00fcck \u00fcber Geschichte und Musik, Erinnern und Vergessen"},"content":{"rendered":"\n<p>Heute mal was ganz anderes. Und zwar eine kleine Musikstunde mit geschichts- und erinnerungsdidaktischem Anstrich. (@Geschichtslehrer*innen: bedient Euch gern!) Denn ich bin heute \u00fcber ein paar spannende Geschichten und Verkn\u00fcpfungen zu einem Lied gestolpert, das mich schon lange begleitet. Bis jetzt war ich dazu ahnungslos, doch mit diesem Hintergrund entsteht geradezu ein Lehrst\u00fcck f\u00fcr den Auftrag, immer und immer wieder an die Unmenschlichkeit, Verblendung und Brutalit\u00e4t des Nationalsozialismus zu erinnern, und daran, wen und was die Deutschen alles vernichtet haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Doch eins nach dem anderen. Zu den kleinen Recherchen bin ich gekommen, weil ich demn\u00e4chst wohl im Auftrag der Th\u00fcringer Landeszentrale f\u00fcr politische Bildung eine Konzertveranstaltung moderieren werde. Dazu sp\u00e4ter sicher mehr, aber es soll dort um die H\u00f6henfl\u00fcge der Kultur in der Weimarer Republik gehen und ihren j\u00e4hen Absturz ab 1933. Und auch um den &#8222;Kleinen Mann&#8220; in dieser Zeit. Also habe ich mich mal auf die Spurensuche zu meiner Lieblingsfassung von &#8222;Oh, Donna Clara&#8220; gemacht, die noch immer in der ein oder anderen Playlist von mir ist, weil mir das Lied und sein sch\u00f6ner Text bei diesem Thema sofort in den Sinn kamen.<\/p>\n\n\n\n<p>Um welche Fassung handelt es sich? Gleich. Denn man soll ja einen didaktischen Bogen bauen. Also starten wir das Ganze mit folgender Abscheulichkeit:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio animated backInLeft\" style=\"margin-top:var(--wp--preset--spacing--10);margin-right:0px;margin-bottom:var(--wp--preset--spacing--10);margin-left:0px\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Mausi und Hias: Oh Donna Clara | Volkss\u00e4ngerrevue Brettl-Spitzen XI | BR Heimat\" width=\"500\" height=\"281\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/6C5XMUiFG0Y?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Menschen mit einem besseren Musikgeschmack, einer halbwegs passablen musikalischen Allgemeinbildung und meines groben Jahrgangs werden jetzt wissen, worum es geht: The Bates, 1995, Pleasure + Pain, Titel 17. (Zimbl, rest in peace!) Viele waren beim H\u00f6ren froh, wenn der Song &#8211; an dem \u00fcbrigens auch Bela B. und Farin Urlaub mitgewirkt haben &#8211; vorbei war, fiel er doch etwas aus dem sonstige Stil der Band heraus. Ich fand ihn damals schon ziemlich cool, wie auch die punkige Version von &#8222;Heo, spann den Wagen an&#8220; von 1994. Hier also die einzig akzeptable Version von &#8222;Oh, Donna Clara&#8220; nach 1945:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio animated backInLeft\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Donna Clara\" width=\"500\" height=\"375\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/rnkk3pMoqR8?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p style=\"margin-top:var(--wp--preset--spacing--20);margin-bottom:var(--wp--preset--spacing--20)\">W\u00e4hrend die Schunkel-Schlager-Version des BR g\u00e4nzlich auf die Strophen des Liedes verzichtet und damit dem &#8218;Anspruch&#8216; heutiger Unterhaltungsmusik unterstreicht, spielen die Bates immerhin zwei der vermutlich vier Strophen ein, so wie fast alle neueren Fassungen des Liedes. Neu war f\u00fcr mich nun: die Pointe wird erst zusammen mit der zweiten und dritten Strophe so richtig klar: der kleinb\u00fcrgerliche Genie\u00dfer aus Posen, wahrscheinlich auf Gesch\u00e4ftsreise im brodelnden Babylon Berlin, bringt seine Sehns\u00fcchte und Fantasien zu Papier und widmet die Zeilen seiner Angebeteten &#8211; die daraus einen Schlager-Hit macht &#8211; und wahrscheinlich die d\u00e4mmrige Diele hinter sich lassen kann. Bei Youtube finden sich einige historische Einspielungen, die die zweite Strophe nutzen, stattdessen aber auf die dritte und vierte verzichten.<sup data-fn=\"f47db2dd-6f28-4d65-ba28-42b4adb696a8\" class=\"fn\"><a href=\"#f47db2dd-6f28-4d65-ba28-42b4adb696a8\" id=\"f47db2dd-6f28-4d65-ba28-42b4adb696a8-link\">1<\/a><\/sup> Eine Version, in der wirklich alle vier Strophen gesungen wurden, habe ich nicht finden k\u00f6nnen. Der vollst\u00e4ndige Text lautet wie folgt:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote animated backInLeft is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>In einer d\u00e4mmrigen Diele<br>tanzt die Spanierin jede Nacht<br>In diesem edlen Profile<br>ist die Saharet neu erwacht<\/p>\n\n\n\n<p>Und ein Genie\u00dfer aus Posen<br>er schickt ihr t\u00e4glich \u2019nen Strau\u00df roter Rosen<br>denn er hat wilde Gef\u00fchle<br>und er fl\u00fcstert hei\u00df, wenn sie lacht<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Oh, Donna Clara \u2013 ich hab dich tanzen gesehn<\/strong><br>und deine Sch\u00f6nheit hat mich toll gemacht<br>Ich hab im Traum dich dann im Ganzen gesehn<br>das hat das Ma\u00df der Liebe vollgemacht<\/p>\n\n\n\n<p>Bei jedem Schritte und Tritte<br>biegt sich dein K\u00f6rper genau in der Mitte<br>und herrlich gef\u00e4hrlich sind deine F\u00fc\u00dfe, du S\u00fc\u00dfe, zu sehn<br>Oh, Donna Clara \u2013 ich hab dich tanzen gesehn<br>oh, Donna Clara \u2013 du bist wundersch\u00f6n<\/p>\n\n\n\n<p>Er z\u00e4hlt schon f\u00fcnfzig Lenze<br>doch er ist von ihr ganz behext<br>Und bis zur \u00e4u\u00dfersten Grenze<br>Seine Leidenschaft heute w\u00e4chst<\/p>\n\n\n\n<p>Er ist ein Kaufmann, ein schlichter<br>jedoch die Liebe, sie macht ihn zum Dichter<br>und zur Musik ihrer T\u00e4nze<br>schreibt er gl\u00fcckberauscht einen Text<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Oh, Donna Clara \u2013 ich hab dich tanzen gesehn \u2026<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p style=\"padding-top:0;padding-bottom:0\">Du kokettierst mir den Leuten, <\/p>\n\n\n\n<p style=\"margin-top:0;margin-bottom:0\">wirfst Dein schwarzes Aug&#8216; hin und her.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"margin-top:0;margin-bottom:0\">Jeder m\u00f6cht&#8216; gern Dich begleiten, <\/p>\n\n\n\n<p style=\"margin-top:0;margin-bottom:0\">in Dein Heimatland, fern am Meer.<\/p>\n\n\n\n<p>Aber da lachst Du nur zynisch <\/p>\n\n\n\n<p style=\"margin-top:0;margin-bottom:0\">und empfiehlst Dich auf argentinisch.<\/p>\n\n\n\n<p style=\"margin-top:0;margin-bottom:0\">Von Buenos Aires bis Beuthen <\/p>\n\n\n\n<p style=\"margin-top:0;margin-bottom:0\">machst Du so das Lied popul\u00e4r:<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Oh, Donna Clara \u2013 ich hab dich tanzen gesehn \u2026<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>Doch der Genie\u00dfer aus Posen<br>ist ins Heimatland bald entflohn<br>denn viel zu viel kosten Rosen<br>die man t\u00e4glich schenkt ohne Lohn<\/p>\n\n\n\n<p>Doch in der trauten Familie<br>nach Gansbraten mit viel Petersilie<br>f\u00e4llt ihm das Herz in die Hosen<br>denn auf einmal singt\u2019s Grammophon<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Oh, Donna Clara \u2013 ich hab dich tanzen gesehn<\/strong><sup data-fn=\"ae939ab7-11d6-4427-99b7-2387749a804a\" class=\"fn\"><a href=\"#ae939ab7-11d6-4427-99b7-2387749a804a\" id=\"ae939ab7-11d6-4427-99b7-2387749a804a-link\">2<\/a><\/sup><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Soweit, so ulkig. Und wir sind mitten im Revival der 1920er und der Faszination, die ihre Kultur auch heute noch zu Recht auf die Menschen aus\u00fcbt, selbst die eher leichte Unterhaltung. Und wer bringt diese Zeit heute den Menschen n\u00e4her als Max Raabe?:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-rich is-provider-spotify wp-block-embed-spotify wp-embed-aspect-21-9 wp-has-aspect-ratio animated backInLeft\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe title=\"Spotify Embed: Oh, Donna Clara\" style=\"border-radius: 12px\" width=\"100%\" height=\"152\" frameborder=\"0\" allowfullscreen allow=\"autoplay; clipboard-write; encrypted-media; fullscreen; picture-in-picture\" loading=\"lazy\" src=\"https:\/\/open.spotify.com\/embed\/track\/3OJZmx7nCww3FIvt3z1Krv?si=7c7786b1cbd446d9&#038;utm_source=oembed\"><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full animated backInLeft\" id=\"wp-block-themeisle-blocks-image-07b90e4b\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"413\" height=\"519\" src=\"https:\/\/www.andreasbraune.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/image-2.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-882\" srcset=\"https:\/\/www.andreasbraune.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/image-2.jpg 413w, https:\/\/www.andreasbraune.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/image-2-239x300.jpg 239w\" sizes=\"auto, (max-width: 413px) 100vw, 413px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Werbebild f\u00fcr die Originalversion von &#8222;Oh, Donna Clara&#8220; aus dem Jahr 1930<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>&#8222;Oh, Donna Clara&#8220; ist also nach wie vor ein echter Gassenhauer. Die Musik zu dem Lied stammt aus dem Jahr 1928 und wurde von dem polnisch-j\u00fcdischen Schlagerkomponisten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jerzy_Petersburski\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Jerzy Petersburski<\/a> als &#8222;Tango Milonga&#8220; komponiert. Nach dem deutschen Einmarsch in Polen kam er in die UdSSR und diente dann beim Milit\u00e4rradio der &#8222;Anders-Armee&#8220; im Nahen Osten. Ein polnischer Text stammt von Andrzej W\u0142ast, ebenfalls mit j\u00fcdischen Wurzeln und 1942\/43 im Warschauer Ghetto verstorben. Zum internationalen Hit wurde das St\u00fcck aber erst, als der Wiener Boh\u00eame Verlag 1930 die Rechte erwarb und es mit einem deutschen Text aus der Feder <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fritz_L%C3%B6hner-Beda\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Fritz L\u00f6hner-Bedas<\/a> versah. &#8222;Beda&#8220; war das Pseudonym des 1883 als Bed\u0159ich Lewy geborenen Fritz L\u00f6hner. Schon seit 1910 war er als freier Schriftsteller aktiv, unter anderem als Librettist des ber\u00fchmten Operettenkomponisten <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Franz_Leh%C3%A1r\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Franz_Leh%C3%A1r\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Franz Leh\u00e1r<\/a>, wurde nach dem Ersten Weltkrieg auch einer der erfolgreichsten Schlagertexter und 1934 Vizepr\u00e4sident der \u00f6sterreichischen Verwertungsgesellschaft f\u00fcr Autoren, Komponisten und Musikverleger.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-full has-custom-border is-style-default animated backInLeft\" id=\"wp-block-themeisle-blocks-image-a48cb9f2\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"1003\" src=\"https:\/\/www.andreasbraune.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Loehner-Beda_Wiener-Boheme-Verlag.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-870\" style=\"border-radius:6px\" srcset=\"https:\/\/www.andreasbraune.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Loehner-Beda_Wiener-Boheme-Verlag.jpg 800w, https:\/\/www.andreasbraune.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Loehner-Beda_Wiener-Boheme-Verlag-239x300.jpg 239w, https:\/\/www.andreasbraune.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Loehner-Beda_Wiener-Boheme-Verlag-768x963.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Gedenkblatt von 1923 aus Anlass des 50. Schlagers L\u00f6hner-Bedas im Boh\u00eame Verlag. &#8222;Oh, Donna Clara&#8220; aus dem Jahr 1930 d\u00fcrfte daher nicht erst sein 51. Schlager gewesen sein.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Apropos Boh\u00eame: Fritz L\u00f6hner war damit ein Teil der Wiener j\u00fcdischen Boh\u00eame, die der \u00f6sterreichisch-j\u00fcdische Autor <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Friedrich_Torberg\">Friedrich Torberg <\/a>in seiner &#8222;Tante Jolesch oder: Der Untergang des Abendlandes in Anekdoten&#8220; und den &#8222;Erben der Tante Jolesch&#8220; verewigt hat. Jenes Netzwerk aus Schriftstellern, Journalisten, Musikern, K\u00fcnstlern und vielen anderen &#8211; eine Wiener Melange aus &#8222;K\u00e4uze[n] und Originale[n]&#8220;.  Melancholisch blickt Torberg 1975 auf sie zur\u00fcck: <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote animated backInLeft is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>&#8222;Sie alle hat es gegeben und es gibt sie alle nicht mehr, weder sie noch die Gefilde und Kulissen, in denen sie sich bewegten, nicht die Kaffeeh\u00e4user und Redaktionen, nicht die Familientische und Sommerfrischen, nichts. Es gab sie bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, und in ein paar letzten Zuckungen &#8211; \u00e4hnlich wie ein Huhn, dem man den Hals umgedreht hat, ein paarmal mit den Fl\u00fcgeln schl\u00e4gt &#8211; gab es sie bis in die Emigration hinein. Seither gibt es sie nicht mehr.&#8220;<sup data-fn=\"ca252b78-9c2b-4e58-a64e-9d9b80d3c733\" class=\"fn\"><a href=\"#ca252b78-9c2b-4e58-a64e-9d9b80d3c733\" id=\"ca252b78-9c2b-4e58-a64e-9d9b80d3c733-link\">3<\/a><\/sup><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Ob und in welchen Kaffeeh\u00e4usern und Kreisen Wiens Fritz L\u00f6hner verkehrte, wei\u00df ich nicht. Aber dass er Teil dieses Geflechts aus j\u00fcdischen Intellektuellen war, die einen wesentlichen Anteil an der kulturellen Bl\u00fcte der 1920er hatten, steht au\u00dfer Frage. Und irgendwo in der Tante Jolesch findet sich mit Sicherheit auch sein Name (Tipps sind willkommen). Es handelt sich dabei auch nicht nur um einen kleinen Kreis von Intellektuellen, sondern um ein ganzes soziales Milieu. Fast 200.000 Menschen umfasste die j\u00fcdische Gemeinde Wiens um 1930, sowie eine Vielzahl j\u00fcdischer Vereine. Einer von ihnen: der j\u00fcdische Sportverein<a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/SC_Hakoah_Wien\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\"> SC Hakoah Wien<\/a>, dessen Gr\u00fcndungspr\u00e4sident Fritz L\u00f6hner war, dessen Fu\u00dfballmannschaft 1925 \u00f6sterreichsicher Meister wurde und dessen Schwimmsektion und Wasserballmannschaft Friedrich Torberg angeh\u00f6rte. Dieses reiche gesellschaftliche und intellektuelle j\u00fcdische Leben beschr\u00e4nkte sich nicht auf Wien, sondern war weiterhin eng mit den kulturellen Zentren der ehemaligen k.u.k.-Monarchie in Prag und Budapest und auch mit Deutschland verbunden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image aligncenter size-large is-resized animated backInLeft\" id=\"wp-block-themeisle-blocks-image-4a701639\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"682\" height=\"1024\" src=\"https:\/\/www.andreasbraune.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Drie_Weensche_waternymphen_1927-1-682x1024.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-892\" style=\"width:685px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/www.andreasbraune.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Drie_Weensche_waternymphen_1927-1-682x1024.jpg 682w, https:\/\/www.andreasbraune.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Drie_Weensche_waternymphen_1927-1-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.andreasbraune.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Drie_Weensche_waternymphen_1927-1-768x1154.jpg 768w, https:\/\/www.andreasbraune.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Drie_Weensche_waternymphen_1927-1.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 682px) 100vw, 682px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Die drei Schwimmerinnen des SC Hakoah Wien, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Fritzi_L%C3%B6wy\">Fritzi L\u00f6wy<\/a>, <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Hedy_Bienenfeld\">Hedy Bienenfeld<\/a> und <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Idy_Kohn\">Idy Kohn<\/a> (1927)<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p style=\"margin-top:0;margin-bottom:0\">1938 war damit Schluss. Anders als Friedrich Torberg und viele andere schaffte es Fritz L\u00f6hner nicht in die Emigration. Direkt nach dem &#8222;Anschluss&#8220; \u00d6sterreichs an Deutschland wurde er 1938 verhaftet und \u00fcber Dachau nach Buchenwald deportiert. Dort arbeitete er &#8222;in der Strumpfstopferei und ab September 1939 im G\u00e4rtnerei-Kommando. Vergeblich hofft(e) er, Franz Leh\u00e1r werde sich f\u00fcr seine Freilassung einsetzen. Im Lager beteiligt(e) er sich an Kleinkunst-Auff\u00fchrungen f\u00fcr Mith\u00e4ftlinge.&#8220;<sup data-fn=\"6dc78fbe-c1b3-4701-a962-e2170d8f5cff\" class=\"fn\"><a href=\"#6dc78fbe-c1b3-4701-a962-e2170d8f5cff\" id=\"6dc78fbe-c1b3-4701-a962-e2170d8f5cff-link\">4<\/a><\/sup> 1938 befahl der Schutzhaftlagerf\u00fchrer Arthur R\u00f6dl, nach dem Vorbild in anderen Konzentrationslagern ein &#8218;Lagerlied&#8216; zu schaffen. Vermutlich ohne dass der SS die eigentlichen Urheber bekannt waren, entstand so das Buchenwaldlied aus der Feder Fritz L\u00f6hner-Bedas. Die Musik dazu schuf <a href=\"https:\/\/www.buchenwald.de\/geschichte\/biografien\/ltg-ausstellung\/hermann-leopoldi\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Hermann Leopoldi<\/a>, der kurz nach Fritz L\u00f6hner ebenfalls aus Wien \u00fcber Dachau nach Buchenwald deportiert worden war. Hier der Text des Liedes, aus derselben Hand wie Donna Clara:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote animated backInLeft is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>Wenn der Tag erwacht, eh\u2018 die Sonne lacht,<br>die Kolonnen ziehn zu des Tages M\u00fchn<br>hinein in den grauenden Morgen.<br>Und der Wald ist schwarz und der Himmel rot,<br>und wir tragen im Brotsack ein St\u00fcckchen Brot<br>und im Herzen, im Herzen die Sorgen.<\/p>\n\n\n\n<p>O Buchenwald, ich kann dich nicht vergessen,<br>weil du mein Schicksal bist,<br>Wer dich verlie\u00df, der kann es erst ermessen,<br>wie wundervoll die Freiheit ist!<br>O Buchenwald, wir jammern nicht und klagen,<br>und was auch unser Schicksal sei,<br>wir wollen trotzdem ja zum Leben sagen,<br>denn einmal kommt der Tag: dann sind wir frei!<\/p>\n\n\n\n<p>Und das Blut ist hei\u00df und das M\u00e4del fern,<br>und der Wind singt leis, und ich hab\u2018 sie so gern,<br>wenn treu sie, ja, treu sie nur bliebe!<br>Und die Steine sind hart, aber fest unser Tritt,<br>und wir tragen die Picken und Spaten mit<br>und im Herzen, im Herzen die Liebe.<\/p>\n\n\n\n<p>O Buchenwald&#8230;.<\/p>\n\n\n\n<p>Und die Nacht ist kurz, und der Tag ist so lang,<br>doch ein Lied erklingt, das die Heimat sang:<br>wir lassen den Mut uns nicht rauben!<br>Halte Schritt, Kamerad, und verlier nicht den Mut,<br>denn wir tragen den Willen zum Leben im Blut<br>und im Herzen, im Herzen den Glauben.<\/p>\n\n\n\n<p>O Buchenwald&#8230;.<sup data-fn=\"10d632c9-4ef6-42b1-9b4e-13ba0b57f48b\" class=\"fn\"><a href=\"#10d632c9-4ef6-42b1-9b4e-13ba0b57f48b\" id=\"10d632c9-4ef6-42b1-9b4e-13ba0b57f48b-link\">5<\/a><\/sup><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-4-3 wp-has-aspect-ratio animated backInLeft\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<iframe loading=\"lazy\" title=\"Buchenwaldlied\" width=\"500\" height=\"375\" src=\"https:\/\/www.youtube.com\/embed\/Dsvs75DXf64?feature=oembed\" frameborder=\"0\" allow=\"accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share\" referrerpolicy=\"strict-origin-when-cross-origin\" allowfullscreen><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n\n\n\n<p>Was zur Verh\u00f6hnung der H\u00e4ftlinge gedacht war und womit sie durch ewig wiederholten Massengesang beim Appell traktiert wurden, wurde f\u00fcr sie selbst und Dank des Textes Fritz L\u00f6hners zu einer Quelle der St\u00e4rkung und Hoffnung. Bis 1942, als die Zahl deutscher H\u00e4ftlinge signifikant sank, soll es gesungen worden sein. Auch Fritz L\u00f6hner war Teil dieser Ver\u00e4nderungen der H\u00e4ftlingsstruktur, denn er wurde 1942 nach Auschwitz deportiert. Dort wurde er in den Buna-Werken der IG Farben zur Zwangsarbeit eingesetzt. In <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Raul_Hilberg\">Raul Hilbergs<\/a><sup data-fn=\"5981c011-0341-423b-bb8c-57dd0c3f445a\" class=\"fn\"><a href=\"#5981c011-0341-423b-bb8c-57dd0c3f445a\" id=\"5981c011-0341-423b-bb8c-57dd0c3f445a-link\">6<\/a><\/sup> &#8222;Die Vernichtung der europ\u00e4ischen Juden&#8220; findet sich schlie\u00dflich eine Schilderung des Todes Fritz L\u00f6hners, basierend auf einer eidesstattlichen Aussage eines Mith\u00e4ftlings. Im Zuge einer Inspektion durch f\u00fcnf Direktoren der IG Farben kam es zu folgendem Vorfall:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote animated backInLeft is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\">\n<p>\u201eEiner der Direktoren wies auf Dr. L\u00f6hner-Beda und sagte zu seinem SS-Begleiter: \u201aDiese Judensau k\u00f6nnte auch rascher arbeiten.\u2018 Darauf bemerkte ein anderer I.G.-Direktor: \u201aWenn die nicht mehr arbeiten k\u00f6nnen, sollen sie in der Gaskammer verrecken.\u2018 Nachdem die Inspektion vorbei war, wurde Dr. L\u00f6hner-Beda aus dem Arbeitskommando geholt, geschlagen und mit F\u00fc\u00dfen getreten, da\u00df er als Sterbender zu seinem Lagerfreund zur\u00fcckkam und sein Leben in der I.G.-Fabrik Auschwitz beendete.\u201c<sup data-fn=\"11345bf8-a2af-4710-a03c-68f2803e02d4\" class=\"fn\"><a href=\"#11345bf8-a2af-4710-a03c-68f2803e02d4\" id=\"11345bf8-a2af-4710-a03c-68f2803e02d4-link\">7<\/a><\/sup><\/p>\n<\/blockquote>\n\n\n\n<p>Die Familie Fritz L\u00f6hners &#8211; seine Frau Helene und seine beiden T\u00f6chter Liselotte und Eva &#8211; harrten bis 1942 in Wien aus und wurden dann in das Vernichtungslager Maly Trostinez bei Minsk deportiert und dort ermordet &#8211; drei Monate vor ihrem Ehemann und Vater. Liselotte war 15, Eva 13 Jahre alt.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large has-custom-border animated backInLeft\" id=\"wp-block-themeisle-blocks-image-f27803db\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.andreasbraune.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Stolperstein_Fritz_Loehner-Breda-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"has-border-color has-secondary-border-color wp-image-876\" style=\"border-width:2px;border-radius:0px;aspect-ratio:16\/9;object-fit:cover\" srcset=\"https:\/\/www.andreasbraune.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Stolperstein_Fritz_Loehner-Breda-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.andreasbraune.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Stolperstein_Fritz_Loehner-Breda-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.andreasbraune.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Stolperstein_Fritz_Loehner-Breda-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.andreasbraune.de\/wp-content\/uploads\/2025\/06\/Stolperstein_Fritz_Loehner-Breda.jpg 1280w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">Stolpersteine f\u00fcr Fritz L\u00f6hner-Beda, seine Familie und weitere Ermordete in der Langen Gasse 46, im 8. Bezirk Wiens<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p>Damit schlie\u00dft sich der didaktische Bogen. Und mir stellt sich die Frage, wie viele der eingangs zu Donna Clara Schunkelnden wissen, auf wessen Gr\u00e4bern sie tanzen, sofern es diese Gr\u00e4ber \u00fcberhaupt gibt. Und auf wessen Schultern ihre Unterhaltung ruht. Bis vor wenigen Tagen wusste ich es ja auch nicht, und ich sch\u00e4tze (!) einmal, dass es Zimbl, die Bates und die \u00c4rzte auch nicht wussten, als sie einen 1920er-Schlager 70 Jahre sp\u00e4ter punkig vertonten. Zuzutrauen w\u00e4re es ihnen aber fast, mit ihrem langen Einsatz gegen Rechts. Deswegen ist das Lied bei ihnen auch besser aufgehoben als in einer bayerischen Schunkelbude, und ich bleibe definitiv bei dieser Version in meiner Playlist&#8230;<\/p>\n\n\n<ol class=\"wp-block-footnotes\"><li id=\"f47db2dd-6f28-4d65-ba28-42b4adb696a8\">Siehe <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=9vkCHJQl1Rw&amp;list=RD9vkCHJQl1Rw&amp;start_radio=1&amp;rv=9vkCHJQl1Rw\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hier <\/a>und <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bz8IvkjUVok&amp;list=RDbz8IvkjUVok&amp;start_radio=1\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=bz8IvkjUVok&amp;list=RDbz8IvkjUVok&amp;start_radio=1\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hier<\/a>, beide gesungen von <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jacques_Rotter\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Jacques Rotter<\/a>. <a href=\"#f47db2dd-6f28-4d65-ba28-42b4adb696a8-link\" aria-label=\"Zur Fu\u00dfnotenreferenz 1 navigieren\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li><li id=\"ae939ab7-11d6-4427-99b7-2387749a804a\">Siehe <a href=\"https:\/\/www.volksliederarchiv.de\/schlager\/oh-donna-clara\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hier<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.notenmuseum.de\/sammlung-u-musik-bis-ca-1960\/top-schlager-deutsch\/oh-donna-clara\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hier<\/a>. Es gibt auch kleinere Abweichungen hier und da in den gesungenen und online dokumentierten Texten. Die tats\u00e4chlich von &#8222;Beda&#8220; gedichteten Zeilen m\u00fcssten in einem Archiv gepr\u00fcft werden&#8230; <a href=\"#ae939ab7-11d6-4427-99b7-2387749a804a-link\" aria-label=\"Zur Fu\u00dfnotenreferenz 2 navigieren\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li><li id=\"ca252b78-9c2b-4e58-a64e-9d9b80d3c733\">Friedrich Torberg: &#8222;Die Tante Jolesch oder Der Untergang des Abendlandes in Anekdoten&#8220; und &#8222;Die Erben der Tante Jolesch&#8220;, Doppelband. M\u00fcnchen 2008, S. 13f. <a href=\"#ca252b78-9c2b-4e58-a64e-9d9b80d3c733-link\" aria-label=\"Zur Fu\u00dfnotenreferenz 3 navigieren\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li><li id=\"6dc78fbe-c1b3-4701-a962-e2170d8f5cff\">Siehe das Profil Fritz L\u00f6hners auf der Website der Gedenkst\u00e4tte Buchenwald, <a href=\"https:\/\/www.buchenwald.de\/geschichte\/biografien\/ltg-ausstellung\/fritz-loehner-beda\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hier<\/a>. <a href=\"#6dc78fbe-c1b3-4701-a962-e2170d8f5cff-link\" aria-label=\"Zur Fu\u00dfnotenreferenz 4 navigieren\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li><li id=\"10d632c9-4ef6-42b1-9b4e-13ba0b57f48b\">Siehe <a href=\"https:\/\/www.buchenwald.de\/geschichte\/mediathek\/audio\/buchenwaldlied\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.buchenwald.de\/geschichte\/mediathek\/audio\/buchenwaldlied\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">hier<\/a>, wo sich auch eine weitere Einspielung des Liedes durch den Chor des Weimarer Musikgymnasiums Schloss Belvedere unter der Leitung von Annette Schicha von 2004. <a href=\"#10d632c9-4ef6-42b1-9b4e-13ba0b57f48b-link\" aria-label=\"Zur Fu\u00dfnotenreferenz 5 navigieren\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li><li id=\"5981c011-0341-423b-bb8c-57dd0c3f445a\">Der Historiker Raul Hilberg wurde selbst 1926 in Wien geboren und emigrierte 1939 mit seiner Familie im Altrer von 13 Jahren \u00fcber mehrere Stationen in die USA. <a href=\"#5981c011-0341-423b-bb8c-57dd0c3f445a-link\" aria-label=\"Zur Fu\u00dfnotenreferenz 6 navigieren\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li><li id=\"11345bf8-a2af-4710-a03c-68f2803e02d4\">Raul Hilberg: Die Vernichtung der europ\u00e4ischen Juden. Frankfurt am Main 1990, S.\u00a0994 <a href=\"#11345bf8-a2af-4710-a03c-68f2803e02d4-link\" aria-label=\"Zur Fu\u00dfnotenreferenz 7 navigieren\">\u21a9\ufe0e<\/a><\/li><\/ol>\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute mal was ganz anderes. Und zwar eine kleine Musikstunde mit geschichts- und erinnerungsdidaktischem Anstrich. (@Geschichtslehrer*innen: bedient Euch gern!) Denn ich bin heute \u00fcber ein paar spannende Geschichten und Verkn\u00fcpfungen zu einem Lied gestolpert, das mich schon lange begleitet. Bis jetzt war ich dazu ahnungslos, doch mit diesem Hintergrund entsteht geradezu ein Lehrst\u00fcck f\u00fcr den [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":880,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"advanced_seo_description":"Was hat der Schlager \"Oh, Donna Clara\" mit dem Buchenwaldlied und Stolpersteinen in Wien zu tun? 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